NAS (Network Attached Storage)- Netzwerkspeicher – Speicherlösung für den Business-Einsatz

Begriffserklärung

gemountet: Steht für das einbinden der Festplatte in das jeweilige Betriebssystem. Eine NAS wird meist als Netzwerklaufwerk eingebunden.

Hub: Ein Hub verteilt die Netzwerksignale an alle Anschlüsse. Es ist keine intelligente Steuerung vorhanden.

Switch: Im Gegensatz zu einem Hub steuert ein Switch die Netzwerksignale zielgerichtet. Die einzelnen Signale werde also nur an den jeweiligen Empfänger weitergeleitet.

Oft wird eine NAS auch als Home Cloud oder Office Cloud bezeichnet. Dies bezeichnet bereits das Haupteinsatzgebiet. Moderne Netzwerkspeicher-Lösungen bieten aber weit mehr als nur im Netzwerk zugänglichen Speicherplatz. Speziell im Home-Bereich rückt der Dienst als Medien- und Streamingserver immer mehr in den Vordergrund.

Technische Grundlagen von Netzwerkspeicher-Lösungen

Eine NAS besteht aus Prozessor, Ram und mehr oder wenigen Einschubschächten für Festplatten. Mindestens eine LAN-Schnittstelle ist Voraussetzung, aber die meisten NAS bieten eine Vielzahl an Schnittstellen. USB 3.0 ist inzwischen fast Pflicht. Ein zweiter LAN-Anschluss und HDMI Anschlüsse sind eher die Ausnahme. Die Festplatten sind meist wechselbar, nur bei den billigen Produkten ist eine Festplatte fest verbaut. Die Einschubschächte sind bei den meisten Modellen für 3,5 und 2,5 Zoll ausgelegt. SSD Festplatten können nicht bei allen Modellen eingebaut werden und bringen aufgrund der LAN Anbindung auch keinen Geschwindigkeitsgewinn. Manche Hersteller bieten spezielle Festplatten für den NAS-Einsatz, wie zb. WD die RED-Linie.

Zusatzfunktionen von NAS-Geräten

Die meisten NAS werden mit zusätzlichen Funktionen ausgeliefert. Spezielles Augenmerk verdienen dabei zusätzliche Sicherheitsfeatures wie Virenscanner und Backuplösungen. Eine sehr wichtige Funktion für den Betrieb in Unternehmen ist die Möglichkeit, Festplatten im laufenden Betrieb zu tauschen, man nennt diese „Hotswap“. Im Office-Bereich meist weniger wichtig sind Multimediafunktionen.

Verwendung und Einsatz von NAS

Die Konfiguration der NAS erfolgt bei fast allen aktuellen Modellen über einen Webbrowser. Die Oberflächen sind meist sehr übersichtlich gestaltet und halten die wichtigsten Funktionen bereit. Auf manchen NAS können zusätzliche Apps installiert werden, diese sind aber meist herstellerabhängig. Grundsätzlich wird die NAS als Netzlaufwerk gemountet, aber es gibt auch Lösungen, die ähnlich einer Cloud funktionieren.

Netzwerkanbindung

Die Anbindung an das Netzwerk erfolgt standardmäßig über einen einzelnen LAN-Anschluss. Bei teureren Modellen gibt es einen zweiten Anschluss, der gebündelt werden kann oder der Ausfallsicherheit dient. Je nach Modell können auch andere Lösungen möglich sein. Voraussetzung für eine ordentliche Anbindung ist ein entsprechender, moderner Switch, im Einsatz mit einem Hub wird nicht die volle Leistung erreicht werden. Eine Umstellung auf ein GBit-Netz bringt eine deutliche Verbesserung der Lese-/Schreib-Geschwindigkeiten und sollte im Zuge der Anschaffung einer modernen NAS überlegt werden.

Kurze Erklärung von RAID (Redundant Array of Independent Disks)

Die meisten modernen NAS mit mehr als einem Einschubschacht unterstützen eine RAID Lösung. Dabei handelt es sich um eine Speichervirtualisierung. Dies bedeutet, dass nach außen hin nur ein Laufwerk sichtbar ist, dahinter aber mehrere physische Festplatten miteinander verbunden sind. Es gibt sehr viele Varianten, wie die Festplatten organisiert sein können, folgend werden nur die Gebräuchlichsten angeführt:

RAID 0: Striping

RAID 0 beschleunigt nur die Schreib- und Lesegeschwindigkeit, die Daten werden nicht redundant abgelegt. Es bleibt die volle Kapazität der Festplatten erhalten.

RAID 1: Spiegelung

In einem RAID 1 Verbund haben alle Festplatten denselben Inhalt, somit ist die Kapazität nur so groß wie eine einzelne Platte. Ein RAID 1 besteht aus mindestens 2 Platten.

RAID 5: Block-Level Striping mit verteilter Paritätsinformation

Die Kapazität eines RAID 5 entspricht der Anzahl der Festplatten minus 1 (Bsp: 4 Festplatten à 1TB = (4-1)*1TB = 3 TB Kapazität). RAID 5 mit 3 oder 5 Festplatten ist in der Praxis sehr gebräuchlich. Raid 5 kann den Ausfall einer Platte kompensieren, allerdings ist beim Wiederherstellen bei gleich alten Platten auf Grund der starken Belastung die Gefahr, dass andere Platten kaputt gehen, sehr groß.

Auswahlkriterien NAS:

  • Kapazität
  • Anzahl Platten
  • Raid-System
  • Hotswap
  • Zusatz-Features